Das passiert bevor Du im Sommer an die Nordsee fährst

Fit für die Saison: der frisch geputzte StrandFit für die Saison: der frisch geputzte Strand
So ein feiner, weißer Sandstrand ist doch etwas Herrliches. Im Sommer ist er schön warm und man kann sich in ihm suhlen, man kann budDeln und graben und natürlich Sandburgen bauen. Man breitet sein Badehandtuch aus und schubbelt sich eine schön bequeme Kuhle. Oder man stellt einen Strandkorb drauf und genießt den Blick von oben. So ein Nordseestrand, der kann einfach verzücken und beglücken. Doch Es ist nicht selbstverständlich, dass der Strand so aussieht, wenn Du ihn im Sommer besuchst.

Barfuß durch den Strand zum Meer laufen, gehört doch unbedingt zu jedem Sommerurlaub an der Nordsee dazu. Hätten wir keine Strände, wäre der Badeurlaub irgendwie doof. Niemand will schließlich auf hartem Beton sonnenbaden.

Wunderschöne Strände an der Nordsee

Dass der Strand da ist, ist für uns irgendwie ganz selbstverständlich. Er gehört einfach zur Nordsee dazu. Doch was wäre, wenn er plötzlich nicht da wäre? Oder wenn er kein feiner Sandstrand wäre, sondern ein grauer, fieser, kieseliger Strand mit jeder Menge Treibholz, Fischernetzen und Plastikmüll?

Noch im Winterschlaf: der Nordseestrand.

So in etwa (naja, nicht ganz so schlimm) sieht der Nordseestrand aus, wenn nicht Sommer ist. Er ist eben auch nur ein Strand. Auch er hat seine „Bad-Hair-Zeiten“. Und die sind bei ihm im Winter. Dann hat er nämlich ganz schön zu kämpfen. Mit den wilden Winterstürmen, die angriffslustig an ihm zerren und reißen. Mit den tobenden Wellen, die ihn mit allem beschmeissen, was das Meer so hergibt.

Jedes Jahr verlieren die Küstenstrände Sand

Hilflos muss er dann mitansehen, wie sein schönes weißes Dekor weniger und weniger wird. Und das ist nicht nur für die Eitelkeit des Strandes blöd, sondern auch für die Menschen an der Küste und natürlich für Dich, wenn Du nächsten Sommer Urlaub an der Nordsee machen willst. Jedes Jahr verlieren die Küstenstrände nämlich jede Menge Sand. Auf Sylt sind es rund eine Million Kubikmeter Sand. Ohne Gegenmaßnahmen würde es schnell eng werden für die Strandkörbe.

Im Winter zerren die Wellen am Nordseestrand

Diese Gegenmaßnahmen habe ich noch nie so richtig mitbekommen. Bis zu diesem schönen Frühlingstag kurz vor Ostern. Nichtsahnend fahre ich voller Vorfreude zum Strand, um die ersten Sonnenstrahlen zu genießen und am Strand zu spazieren. Es sind die stillen Tage kurz bevor die Saison startet. Noch findet man am Strand Ruhe. Noch sind nur vereinzelte Menschen unterwegs und genießen die Frühlingssonne am Strand. Noch.

Winterschlaf an der Nordsee

Das wird sich in ein paar Tagen ändern, denn pünktlich zu den Osterferien wird der erste große Urlauberansturm des Jahres erwartet. Dann muss alles schick und schön sein, die Geschäfte und Restaurants sagen „Herzlich Willkommen“. Der Duft von Backfisch und Eis liegt dann wieder in der Luft während die Strandkörbe ihre ersten Gäste vor dem noch kühlen Wind beschützen.

Noch ist alles geschlossen.

Heute aber ist von alledem nichts zu sehen. Die Fensterläden der Geschäfte sind geschlossen, die Plätze für die Wattwagen leer und nur ein Schild im leeren Fenster gibt Hinweise auf den bevorstehenden Urlaubsspaß.

Typisches Frühstück in Norddeutschland?

Als ich an der verlassenen Strandpromenade ankomme, bin ich etwas irritiert. Ich hatte doch einen platten Strand mit schön weitem Endlos-Blick „gebucht“. Und was sehe ich stattdessen? Sand-Alpen am Nordseestrand! Weit und breit türmen sich kleine und große Sandhaufen, durchzogen von knietiefen Baggerfurchen.

Die Sandberge sind eine tolle Rutschbahn für die Küstenkids.

Auf Bergwanderung bin ich jetzt so gar nicht eingestellt. Dafür freuen sich die Küstenkids umso mehr über die  unerwartete Sandbergwelt und probieren sich im Klettern und Rutschen, während es sich die Eltern in den windgeschützten Sandkuhlen gemütlich machen.

Das Wattenmeer lässt sich von den Sandhügeln nicht weiter beeindrucken.

An Strandspaziergang ist nicht zu denken, da inspiziere ich mal lieber diese riesigen Monster von Baggern (ich kenne leider weder Fachbezeichnung noch Modell, man möge es mir verzeihen), die gelassen auf ihren Einsatz warten. Die Räder sind fast so groß wie ich selbst und ich bin immerhin 1,69 m groß.

Der ganze Sand muss verteilt werden

Damit kurven sie dann tagelang über den Strand, verteilen die Sandberge schön gleichmäßig und machen ihn ordentlich platt. Pünktlich zur Saisoneröffnung muss sich der gerupfte Nordseestrand dann auch nicht mehr schämen, sondern kann in seinem frischen Frühlingskleid allen Urlaubern den Kopf verdrehen.

Diese Reifen müssen durch den Sand kommen.

Schweres Geschütz für den Frühjahrsputz an der Nordsee

Während ich noch die Riesenräder der Bagger bestaune, durchdringt das knatternde Tucktuck eines Treckers die Nordseestille. Ich drehe mich suchend um und erkenne in der Ferne einen Trecker mit Anhänger mitten im Watt. „Was treibt der da?“, frage ich mich und blicke hinaus zum lärmenden Geknatter.

Nachbarschaftshilfe auf norddeutsch

Zehn Minuten später hat er den Strand erreicht und ich erkenne, das war gar kein Trecker. Das waren gleich zwei! Und der eine hat kein Vorderrad mehr! Mithilfe einer abenteuerlichen Konstruktion hat der eine Trecker den anderen RÜCKWÄRTS durchs Watt gezogen. Schau Dir mal das Bild genauer an, dann kannst Du es erkennen.

Abschleppdienst im Wattenmeer.

Gut, dass hier nicht so viel Verkehr herrscht. Ich vermute, mit differenzierten Manövern wäre das Gespann wohl überfordert gewesen. Aber genau das liebe ich ja so an der Küste und am Norden. Hier kann man eben einfach mal den Weg übers Watt nehmen. Am Festland angekommen, geht’s gleich zum Reifenwechsel und 20 Minuten später ist der Dreibeintrecker wieder ein Vierbeintrecker.

Diese kleine Anekdote wollte ich Dir nicht vorenthalten. Mich hat sie sehr amüsiert und mir eine Prise Küstenglück geschenkt. Ich hoffe, die Prise kommt auch bei Dir zuhause an und zaubert Dir ein kleines Schmunzeln auf die Lippen.

Am Ende ist alles hübsch

Aber zurück zum Thema. Es ist toll, dass wir einen so schönen Strand im Sommer an der Nordsee genießen können aber er ist nicht selbstverständlich. Es kostet Zeit, Geld und viel Arbeit, damit wir ihn so richtig genießen können. Und- er spielt eine wichtige Rolle beim Küstenschutz.

Ich finde, wir alle sollten darauf Acht geben, unsere Strände sauber zu halten und unseren Müll  mitzunehmen. Schließlich wollen wir uns auf einen tollen Sommerurlaub am Meer freuen.

Damit Deine Vorfreude noch etwas steigt, zeige ich Dir hier das Ergebnis der Schönheitskur für den Strand:

Fit für die Saison: der frisch geputzte Strand

Fit für die Saison: der frisch geputzte Strand

Wie erlebst Du die Strände an der Nordsee? Hast Du gute oder schlechte Erfahrungen gemacht? Schreib mir doch einen Kommentar und erzähl mir Deine Meinung. Ich freue mich darauf!

 

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